Threadneedle I Erneuter Nahostkonflikt: Fundamentaldaten bleiben robust – trotz steigender Ölpreise und möglicher Anarchie im Iran
Anthony Willis, Senior Economist bei Columbia Threadneedle Investments
- •Am Wochenende haben die USA und Israel den Iran angegriffen. Anders als im Juni 2025, zielt diese Operation auf einen Regimewechsel ab.
- •Die Märkte bleiben relativ ruhig und sanken nur moderat. Die faktische Schließung der Straße von Hormus ließ allerdings die Ölpreise um fast 8 Prozent steigen.
- •Auf lange Sicht könnte sich dieser Trend fortsetzen, aber kurzfristig hat sich die OPEC zu einer Erhöhung der Produktion verpflichtet, und die Lagerbestände können die kurzfristigen Auswirkungen abfedern.
- •Die geopolitische Situation ist ungewiss. Die USA wollen keinen Bodeneinsatz, und ein Zusammenbruch des iranischen Regimes führt möglicherweise zu Anarchie im Land.
Investmentfonds.de | FRANKFURT/WIEN, 3. März 2026. Die USA greifen erneut den Iran an. Anders als im Juni 2025 ist das Ziel allerdings ein Regimewechsel. Bei der Operation im vergangenen Jahr ging es lediglich darum, iranische Nuklearanlagen zu zerstören. Jetzt greifen die USA und Israel eine Reihe von Militärstandorten an und streben mit der Tötung des Staatsoberhaupts Ali Chamenei und anderer Personen eindeutig auf die iranische Führung ab. Operation Epic Fury, wie sie von den USA genannt wird, begann 10 Tage, nachdem Präsident Donald Trump dem Iran ein Ultimatum von 15 Tagen gestellt hatte, um einem Atomabkommen zuzustimmen. Letzte Woche fanden Gespräche statt, bei denen angeblich einige Fortschritte erzielt wurden. Offensichtlich war Trumps Geduld jedoch schon vor Ablauf der Frist am Ende.
Märkte reagieren vorerst stoisch
Die Märkte haben den Konflikt relativ gut verkraftet. Investoren sind vergleichsweise ruhig geblieben und warten jetzt auf mehr Klarheit. Die zugrunde liegenden Fundamentaldaten bleiben günstig, sowohl mit Blick auf die Unternehmensgewinne als auch das Wirtschaftswachstum. Futures sind um ein bis zwei Prozent gefallen und der Ölpreis – der wichtigste Indikator für Marktbewegungen – ist aktuell um fast 8 Prozent gestiegen. Damit erreicht er ein Niveau von etwa 80 US-Dollar pro Barrel, das wir auch schon während des 12-tägigen Krieges im Juni 2025 gesehen haben. Trotzdem bleibt der Preis damit immer noch unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.Straße von Hormus: Ruhe vor dem Ölpreis-Sturm?
Eine längere Schließung und/oder Angriffe auf die Anlagen und Terminals der Region könnte dazu führen, dass der Ölpreis auf 100 Dollar pro Barrel steigt – mit Luft nach oben. Das hätte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Es gibt alternative Pipelines in der Region, die wahrscheinlich dazu beitragen werden, die Auswirkungen der Versorgungsunterbrechung abzumildern. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hat versprochen, die Produktion zu erhöhen, und durch den Einsatz beträchtlicher Vorräte können die kurzfristigen Auswirkungen abgemildert werden. Anhaltend hohe Ölpreise dürften Asien am stärksten treffen: Der Großteil des Öls, das durch die Meerenge transportiert wird, ist für diese Region bestimmt.
Mögliche Anarchie im Iran – geopolitische Unsicherheit wächst
Die geopolitische Situation ist ungewiss und es gibt viele Unbekannte. Wie lange hält der Konflikt an? Wie weit sind die USA und Israel bereit zu gehen, um einen Regimewechsel zu forcieren? Wie steht es um die tatsächliche Entsendung von Bodentruppen? Derzeit scheint es allerdings weder den Willen noch die Ressourcen für Maßnahmen zu geben, die über Luftangriffe hinausgehen. Der Iran führt seine Doktrin der begrenzten Vergeltungsmaßnahmen, die wir bereits in der jüngsten Vergangenheit beobachtet haben, bisher nicht weiter. Sollten die USA und Israel das aktuelle Regime erfolgreich stürzen, könnte es erneut zu einer Situation wie im Irak und in Libyen kommen. Ohne effektive Nachfolgeregierung zerfiel dort die Ordnung in Anarchie – und auch im Iran gibt es keine ernstzunehmende Opposition.Trump wird wahrscheinlich eine schnelle Lösung anstreben. Er hat bereits Gespräche mit der neuen iranischen Führung angekündigt, doch das Land hat sich bislang gegen Verhandlungen ausgesprochen. Der US-Präsident handelt derzeit ohne ein Mandat für diesen Angriffskrieg oder gar eine längere Intervention – weder vom Kongress noch vom amerikanischen Volk. Angesichts der im November anstehenden Zwischenwahlen wird der Präsident darauf bedacht sein, negative Auswirkungen auf die US-Wähler zu vermeiden.
Fundamentaldaten wichtiger als geopolitische Schocks
Derzeit sind die Finanzmärkte relativ ruhig und Marktteilnehmer beobachten zunächst, wie sich die Lage entwickelt. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für dramatische Portfolioveränderungen, und Anleger sollten vorerst abwarten, wie es weitergeht. Trotz des Konflikts hat sich die Risikobereitschaft gut gehalten, was hauptsächlich an den soliden wirtschaftlichen Fundamentaldaten liegt. Ja, geopolitische Schocks können die Märkte bewegen, doch für langfristige Auswirkungen müssen sich zuerst die zugrunde liegenden Daten ändern. In den meisten Fällen sind die Finanzmärkte recht geschickt darin, geopolitische Dramen zu „durchschauen“. Die Fundamentaldaten bleiben robust, sowohl bei den Unternehmensgewinnen als auch beim Wirtschaftswachstum. Infolgedessen haben sich die Märkte als widerstandsfähig erwiesen. Anleger müssen jedoch aufmerksam beobachten, wie sich die Ereignisse in den kommenden Tagen und Wochen entwickeln.*** - Anzeige -
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