01.10.2026 06:17
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Gabriel Bartholdi, Aktien Stratege bei der Bank J. Safra Sarasin
Gabriel Bartholdi, Aktien Stratege bei der Bank J. Safra Sarasin,
schreibt in seiner aktuellen Einschätzung der Aktienmärkte:
Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist getrieben von enttäuschenden
Wirtschaftsdaten und Zentralbanken, welche nicht den Eindruck erwecken,
schnell eingreifen zu wollen. Die positiven Wirtschaftsüberraschungen
bleiben jüngst nicht nur in Europa und China aus, sondern auch in den
USA und deuten auf eine Verlangsamung der Konjunkturdynamik hin. Ohne
zusätzliche Maßnahmen der Zentralbanken scheint ein unmittelbarer Auslöser
für eine Gegenbewegung an den Aktienmärkten zu fehlen. Doch so schlimm ist
die Situation nicht. Eine Preiskorrektur von rund 10% ist an den Aktien-
märkten nichts Außergewöhnliches. Eine Korrektur zwischen 10% und 20%
pro Jahr ist wahrscheinlicher als keine. In Anbetracht dessen, dass in
den letzten Jahren keine größere Korrektur stattgefunden hat, war eine
entsprechende Reaktion nur eine Frage der Zeit. Die Finanzmärkte dürften
trotz kurzfristig fehlenden positiven Triggers kaum in einen länger-
dauernden „Bärenmarkt“ hineinrutschen. Dafür ist die globale Wirt-
schaftslage mit Einkaufsmanagerindizes von über 50 (USA, Europa, China)
– trotz abnehmender Dynamik – zu robust. Bei den Einkaufsmanagerindizes
unterscheidet der Punktestand von 50 zwischen wirtschaftlicher
Expansion (>50) und Kontraktion (<50). Hinzu kommen nach wie vor
sehr vorsichtig agierende Anleger, was sich in den hohen Geldbeständen
wiederspiegelt. Typischerweise herrscht Euphorie an den Märkten bevor
ein Bärenmarkt beginnt – und keine Vorsicht. Auch Unternehmen haben
bisher nicht im großen Stil die Fremdfinanzierungen erhöht, was ein
zusätzliches Zeichen von Unsicherheit ist. Insgesamt gibt es kaum
Anzeichen, welche auf einen nächsten Bärenmarkt hindeuten.