Jyske Invest: Emerging Markets in „Minikrise“ - langfristig bleibt die Bonität attraktiv
Flemming Larsen, Head of Investment bei Jyske Invest
Für den Investmentchef von Jyske Invest bleiben Aktien und Anleihen der
Emerging Markets auf lange Sicht gesehen eine Anlageoption: „Schwellenländer
haben einerseits immer noch deutlich niedrigere Schuldenniveaus als die
Industrienationen. Andererseits ist das Risiko einer Schuldenkrise in den
meisten dieser Staaten durch ihr Wachstumspotenzial gering. Die allgemeine
Bonität wird von den jüngsten Turbulenzen nicht beeinträchtigt“, so Flemming
Larsen in seinem aktuellen Marktkommentar. Anleger sollten ihre Aufmerk-
samkeit auch auf Länder wie Nigeria, Kenia oder Vietnam richten, die Larsen
für die Schwellenländer von morgen hält.
Schlechtes Timing für Emerging Marktes, wo der Börsenwind gedreht hat.
„Aktien- und Anleihekurse der Emerging Markets haben zeitweise über zehn
Prozent verloren. Die Tapering-Andeutung von Ben Bernanke im Mai dieses
Jahres hat bei Anlegern die Angst geschürt, dass der Strom des in der
Vergangenheit so reichlich zugeflossenen Kapitals versiegen könnte“,
urteilt Flemming Larsen, Head of Investment bei Jyske Invest. Für die
Schwellenländer käme diese durch den Chef der US-Notenbank Fed ange-
kündigte Kürzung der Anleihekäufe („Tapering“) zu einem besonders
ungünstigen Zeitpunkt. „Schwellenländer kämpfen mit sinkenden Rohstoff-
preisen und mit ihren Daten zum Wirtschaftswachstum, die schlechter
ausgefallen sind als erwartet“, so Larsen. Hinzu komme, dass die
dringend nötigen Reformprozesse in einigen Emerging Markets still-
stünden. Infolge dürften sich viele Anleger fragen: Inwieweit können
diese Staaten ihre Zahlungsbilanzdefizite angesichts der weltweit
höheren Zinsen und des geringeren risikobereiten Kapitals überhaupt
ausgleichen? „Anleger sorgen sich um die Haushaltslage einiger
Schwellenländer. Die Mischung aus negativen Faktoren und sozialen
Unruhen in Brasilien, in der Türkei und in Ägypten ist für die
Emerging Markets bitter“, so Larsen, der die Aussichten für
Schwellenländer auf lange Sicht jedoch optimistisch beurteilt.
„Langfristig bleiben Schwellenländer für Anleger interessant.
Einerseits haben sie immer noch deutlich niedrigere Schuldenniveaus
als die Industrienationen. Andererseits ist das Risiko einer Schulden-
krise in den meisten Ländern durch ihr Wachstumspotenzial gering.
Unter dem Strich wird die Bonität der Schwellenländer von den jüngsten
Turbulenzen nicht beeinträchtigt.“ Larsen hält die Bewertungen von
Emerging-Markets-Aktien aufgrund der Kursverluste an ihren Börsen
für attraktiv und geht davon aus, dass sie derzeit – im Vergleich
zu den Märkten der Industrienationen – mit einem Abschlag von etwa
30 Prozent gehandelt werden.
Afrika & Co. – Schwellenländer von morgen nehmen Fahrt auf
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