Metzler Ausblick: Ist die Fed in ihrer Geldpolitik gefangen?
Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management
In einem aktuellen Marktausblick schreibt Edgar Walk,
Chefvolkswirt Metzler Asset Management:
Bis Mitte Mai erweckte die US-Notenbank immer wieder
den Eindruck, auf absehbare Zeit an ihrer ultralockeren
Geldpolitik festhalten zu wollen. Damit begünstigte die
US-Notenbank ohne Zweifel sogenannte „Carry Trades“
– die Aufnahme von billigen USD-Krediten, um
damit in höher-rentierliche Anlagen zu investieren. Der
Schock an den Finanzmärkten war daher immens, als
US-Notenbankpräsident Ben Bernanke in einer Rede im
Mai von der Möglichkeit sprach, den monetären Stimulus
noch in diesem Jahr zu reduzieren. Als eine Folge
dessen stiegen die Zinsen in den USA und verteuerten
damit die USD-Kredite für die Carry-Trades. Entsprechend
wurden in einem immer größeren Umfang Carry-
Trades aufgelöst und Kapital floss aus den höher-
rentierlichen Anlagen ab. So verzeichneten beispielsweise
Rentenfonds Anfang Juni einen der stärksten wöchentlichen
Abflüsse jemals.
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